MIDI Format

MIDI (Musical Instrument Digital Interface) zu Deutsch Digitale Schnittstelle für Musikinstrumente beschreibt eine Datenstruktur zur Steuerung von elektronischen Musikinstrumenten.

Das eigentliche MIDI besteht aus zwei Komponenten: zum Einen ist es die Hardware, also Bestandteile wie Platine, MIDI-Kabel und MIDI-Buchse und zum Anderen die Software, also die Sprache der Steuerung. Diese Sprache aus genormten Codes dient der Übertragung bestimmter Informationen, beispielsweise dem Drücken einer Taste auf dem Keyboard.

Entstehung

Anfang der 80er Jahre wurde das MIDI von Dave Smith in Zusammenarbeit mit Roland entwickelt und in den Markt eingeführt. Die ursprüngliche Idee bei der Datenstruktur von MIDIs war es von einer Tastatur eines Synthesizers aus, andere Synthesizer anzusteuern um mehrere Sounds mit einer Taste anspielen zu können.

Der Vormarsch von Computern und die Erweiterung der Anwendungsgebiete verliehen den MIDIs Anfang der 90er Jahre einen neuen Schub. Mithilfe von MIDI fähigen Synthesizern und Computern konnten Musiker nun komplexe oder manuell unspielbare Musiktücke erstellen, da MIDI Daten am Computer modifiziert und korrigiert werden konnten.

Anlehnend an die fortschreitenden Technologien wurden MIDIs wurden soweit angepasst, dass sie bald auch als Schnittstelle für jegliche Art von elektronischen Musikinstrumenten fungierten. (Expandermodule, Sampler, Drumcomputer etc.).

Auch die Auswahl von Endgeräten, die durch MIDI Files gesteuert werden können, geht mittlerweile über die klassischen Geräte hinaus. Neben Synthesizern und weiteren digitalen Steuergeräten, gehören auch MIDI-Gitarren, MIDI-Akkordeons und MIDI-Saxophone ins Repertoire.

Funktionsweise und Anwendung

Häufig werden MIDIs mit digitalen Musikdateien verwechselt, die über ein Endgerät wiedergegeben werden könnten (z.B. MP3, WAV etc.). Ein MIDI „klingt“ nicht auf einer normalen Audioanlage, denn es nimmt keine analogen Schallwellen wie beispielsweise bei einer Kassette auf, sondern erfasst was auf einem Instrument gespielt wird: Tonanschlag, Tonhöhe, Tonlänge sowie Lautstärke und musikalische Attribute (z.B Vibrato). Das jeweilige Empfangsgerät spielt demnach ein MIDI nicht wieder, es verarbeitet die darin enthaltenen Codes. Es dirigiert quasi ein virtuelles Orchester.

Hatte das MIDI zunächst mehrere Standards, beispielsweise der Sample-Dump-Standard oder der MIDI Time Code, wurde 1991 das General MIDI (GM) eingeführt. Während der generelle MIDI Standard eine Hardware- und Protokoll Spezifikation bestimmt, legt das General MIDI die Inhalte fest. Das bedeutet, dass mit dem GM ein Standard für die Soundbelegung eingeführt wurde, der gewährleistet, dass ein Musikstück auf allen GM-kompatiblen Geräten gleich ausgeführt wird. Ausgeführt heißt hier allerdings nicht, dass ein MIDI auf kompatiblen Geräten gleich klingt. Der Klang eines MIDIs ist immer abhängig vom jeweiligen Gerät. Im Laufe der Jahre wurden die Standards durch Anpassungen der jeweiligen Hersteller wie ROLAND und YAMAHA erweitert.

Weiterführende Informationen

Synonyme:
MIDI
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